Mama & Unternehmerin sein – ein perfect Match mit einer Ausnahme

Mama und Unternehmerin sein ist meiner Meinung nach ein perfect Match.

Als Unternehmerin lassen sich Arbeitszeiten prinzipiell so einteilen, wie sie zum Familienleben passen. Im besten Fall halten Mitarbeiter das Unternehmen am Laufen, während man selbst mit Windeln wechseln und Beikoststart beschäftigt ist. Und das Allerbeste daran: Währenddessen verdient man auch noch (gutes) Geld. Also auch dann, wenn man selbst gerade nicht aktiv arbeitet – wie z.B. in der Elternzeit.

Es gibt nur eine dritte Konstante, die dieses perfect Match sprengt: Als Mama hat man ein riesengroßes Sicherheitsbedürfnis.

Tödlich für jedes Unternehmen! Dennn als Unternehmerin muss man vor allein eins sein: Risikobereit.

Wie bekommt man die Mama, die Unternehmerin und das Sicherheitsbedürfnis also unter einen Hut?

Ganz ehrlich, dafür habe ich noch nicht die perfekte Lösung.

Eine Agentur gründen? Warum nicht?

Früher war ich Unternehmerin nach dem Trial-and-Error-Prinzip. Ich habe meine Onlinemarketing-Agentur aus dem Nichts gegründet. Einfach, indem ich als Freelancerin mehr Kunden angenommen habe, als ich bedienen konnte und mir dann ein Team aus Festangestellten und Freelancern aufgebaut habe. Hier liest du meine ganze Story als Agenturgründerin. Irgendwann lief das so gut, dass ich Nervkunden aussortieren konnte. Ich habe hohe Angebote geschrieben und nur mit Unternehmen zusammen gearbeitet, die von den Werten her zu mir passen.

Heute überlege ich auch bei Anfragen, die ich früher rigoros abgelehnt hätte, ob es nicht doch gut wäre, sie anzunehmen. Nur zur Sicherheit, um noch etwas extra dazuzuverdienen.

Eine ganz neue Bedrohung: Fixkosten

Mein Leasingauto, meine große Wohnung – alles fühlt sich plötzlich nach einer finanziellen Bedrohung an. Ich kann als Mama – wenn es hart auf hart kommt – nicht mehr 100% meiner Zeit und Arbeitskraft ins Unternehmen stecken.

Selbst wenn ich babyfreie Zeit habe, ist mein Gehirn nicht das alte. Der Schlafmangel, die 100 To-Dos als Mama – alles mindert meine Konzentrationsfähigkeit. 

Hatte meine Agentur früher Downphasen, habe ich mir mit frischem, kreativen Kopf Lösungen einfallen lassen, wie wieder neue Kunden und Geld reinkommen.

Heute sitze ich da und überlege ob KI jetzt eigentlich eine Unterstützung oder eine Gefahr für mein Unternehmen ist. Ich fühle mich oft wie versteinert, während der Zeiger der Uhr gefühlt immer doppelt so schnell tickt, während mein Baby betreut wird und ich eigentlich arbeiten sollte.

Mama & Unternehmerin: erstmal reinwachsen in die neue Rolle

Mein Baby ist erst 7 Monate alt. Ich arbeite erst seit kurzem wieder an drei Tagen pro Woche. Also versuche ich mein Nervensystem zu beruhigen und versichere mir, dass ich erstmal reinwachsen muss in die neue Doppelrolle als Unternehmerin & Mama. Irgendwann wird sie vielleicht wieder kommen, die risikofreudige Unternehmerlaune. Und bis dahin nehme ich es jetzt einfach so hin, dass ich nervigere Kunden betreue, ja sogar Kaltakquise betreibe.

Mein Leasingvertrag läuft übrigens im Dezember aus. Erstmal habe ich keinen neuen abgeschlossen. Nur zur Sicherheit 😉 In München braucht man ja gar kein Auto …

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